Unter Handouts versteht man im Rollenspiel spielergänzende Unterlagen, Informationen und sonstige Gegenstände. Während die Abenteuer in der Regel durch die Erzählungen der Rollenspielgruppe gemeinsam erlebt werden, sind Handouts Anschauungsobjekte, die das Rollenspiel ergänzen und vertiefen. Handouts sollen möglichst authentisch wirken und den Spielern die Möglichkeit geben, ein Stück der Spielwelt in die Hand zu nehmen.

Mein Handout zum Sonntag für den Februar 2012 ist das Foto.

Steckbrief Foto
Spielgenre 1920er (Horror), Gegenwart, SciFi
Kosten kostenlos bis gering
Vorbereitungsdauer kurz (je nach Verfügbarkeit / Einkauf)
Effekt am Spieltisch Information, Spaßfaktor, Spieltiefe, Spannung

Bilder können mehr zeigen als einige beschreibende Worte.

Alte Fotos

Fotos als Handout eignen sich für moderne Rollenspiele: Fotos können bei Rollenspielen ab Mitte des 19. Jahrhunderts vereinzelt eingesetzt werden. Verbreitet sind Fotos erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Mit Einführung der Kleinbildkamera 1924 wurde die Fotografie populär und die Zahl der Fotos stiegt entsprechend an.

Sehr stimmungsvoll im Rollenspiel sind natürlich Originalfotos. Fotos der Gegenwart kann die Spielleitung oft selbst anfertigen. Historische Fotos sind auf Trödelmärkten, im Antiquitätenhandel oder im Internet-Versandhandel erhältlich. Bei Internet-Autkionshäusern findet man oft alte Fotosammlungen zu erschwinglichen Preisen. Vielleicht findet der eine oder die andere in der heimischen Fotosammlung passende Ablichtungen. Auch Dachbodenfunde können wahre Schätze ans Licht fördern.

Heute sind die technischen Möglichkeiten der Fotobearbeitung fast unbegrenzt. Liegt der Spielleitung ein Foto in digitaler Form vor, so kann dieses mit entsprechender Software (z.B. GIMP oder Photoshop) nach Belieben bearbeitet werden. Denkbar ist beispielsweise die Umwandlung von farbigen Fotos in Schwarz-Weiß-Bilder, Einsatz von Farbfiltern oder des Negativeffekts, Verzerrungen oder auch das Zusammenfügen von Elementen verschiedener Fotos zu einem Bild. Das Ergebnis kann man ausdrucken oder auch auf echtem Fotokarton „entwickeln“ lassen. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise auch authentisch wirkende Fotos mit mysteriösen Motiven herstellen.

Häufig gewählte Fotomotive für das Rollenspiel sind beispielsweise Portraits für Spieler- und Nichtspielercharaktere, Landschafts- und Gebäudeaufnahmen oder Ablichtungen von Gegenständen. Diese Fotos können im Rollenspiel an verschiedenen Stellen eingesetzt werden:

  • Als Wandschmuck oder Dekoration
  • In Ausweispapieren
  • In Büchern
  • Auf Postkarten
  • In der Fotosammlung

Das Foto ist als Handout am Spieltisch nicht nur nützlich, sondern erhöht den Spielspaß. Ein Foto unterstützt die Stimmung in der aktuellen Spielsituation, ergänzt Beschreibungen von Personen, Landschaften und Gegenständen und kann sogar versteckte Hinweise zur Aufklärung von ungelösten Rätseln beinhalten.

Spielrelevante Informationen können durch ein Foto beispielsweise an folgenden Stellen übermittelt werden:

  • besondere oder unpassende Dinge im Hintergrund
  • Widmungen auf der Rückseite
  • Datum des Fotos (z.B. unten rechts von der Kamera erzeugt oder auf die Rückseite geschrieben)
  • offensichtliche Beschädigungen (wurde ein Teil des Fotos abgerissen oder etwas ausgeschnitten?)
  • eine Stelle auf die Personen im Foto zeigen
  • eine „unsichtbare“ zweite Schicht im Foto, welche mit speziellem Licht oder durch andere Behandlung sichtbar wird.
  • sonstige Manipulation / offensichtliche Fotomontage

Hoffentlich hat Euch diese Handout-Idee ein paar Anregungen für Euer Rollenspiel gegeben. Ich freue mich über jede Art von Rückmeldung in Form von Kommentaren.

Hier findet Ihr die Liste der Handouts zum Sonntag vom 05.02.2012.

Ihr wollt auch euer Handout zum Sonntag vorstellen? Schaut einmal hier vorbei.

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