Alston

Alston

In dieser Woche haben wir uns wieder zum Rollenspiel in der Dienstagsrunde getroffen. Das ist passiert:

Nachdem wir die nötigsten Einkäufe und Erledigungen in Melvaunt getätigt haben, begeben wir uns zum Adelsviertel, um der Einladung des Herrn Boltar zu folgen. Das Viertel der Wohlhabenden ist von einer weiteren Mauer umgeben und gut bewacht. Erst nach Vorweisen der Einladung werden wir eingelassen. Ein Diener des Hauses Boltar erwartet uns bereits. In einer bequemen geschlossenen Kutsche fahren wir zwischen großzügig angelegten Parkanlagen vorbei an prunkvollen Häusern.

Langsam werde ich misstrauisch. War unsere Hilfe wirklich so überragend, dass diese Ehre und dieser Aufwand angemessen sind? Oder steckt noch etwas hinter der Einladung?Wir erreichen schließlich unser Ziel: Ein großes Herrenhaus mit aufwendig gestalteter Fassade und einem riesigen Garten. Ein Diener nimmt uns unser Gepäck ab. Mit einem kurzen Zögern gebe ich ihm meinen Rucksack zur Verwahrung.

Wir werden ins Haus geführt und betreten eine prunkvoll gestaltete Eingangshalle. Während einer kurzen Wartezeit bedient uns der Mann, der uns vom Tor abholte, mit Getränken und frischem Obst. Einige der gereichten Früchte habe ich noch nie gesehen. Schließlich führt uns der Diener durch einen Flur zu einem Raum, in dem uns der Hausherr empfängt. Bei Herrn Boltar handelt es sich um einen freundlichen und gepflegten Mann mittleren Alters. Nachdem er uns seinen Dank für unsere Arbeit bei der Karawane ausgesprochen hat, bittet er uns zu Tisch. Ein üppiges Mahl mit mehreren Gängen wird gereicht.

Da ich weiterhin misstrauisch bin und mich in diesem Umfeld nicht sehr wohl fühle – irgendwie habe ich den Eindruck ständig beobachtet, belauscht und bewertet zu werden, frage ich Herrn Boltar, ob wir ihm ein weiteres Mal behilflich sein können. Und tatsächlich: Gerade heute vermisst Herr Boltar einen Gegenstand, wie er berichtet. Er bittet uns, das mysteriöse Verschwinden aufzuklären, da wir in seinen Augen neutral sind und nicht auszuschließen ist, dass ein Bediensteter aus dem Haus den Gegenstand entwendet hat.

Es handelt sich um ein Amulett, welches in einem Kästchen am Vorabend geliefert wurde. Das Amulett ist eine spezielle Anfertigung, die als Geschenk für einen Handelspartner gedacht war.

Als das Amulett durch einen Boten am Vorabend angeliefert wurde, waren Herr und Frau Boltar auf einer Feierlichkeit außer Haus. Die anwesenden Bediensteten wussten von der Ankunft des besonderen Schmuckstücks. Uns wird berichtet, dass das Kästchen mit dem Amulett zunächst in die Gemächer der Frau Boltar zur Aufbewahrung gebracht wurde, wobei niemand nachgeschaut hat, ob sich das Amulett tatsächlich in der Schatulle befindet.

Während uns Herr Boltar von den Vorgängen des Tages berichtet, tritt plötzlich eine uns bekannte Person ein: Lerito Walis, der schon unsere Karawane begleitete, wird uns als Freund der Familie vorgestellt. Mein Misstrauen wächst.

Doro ist sichtlich überrascht über den Gast und erbittet ein Gespräch unter vier Augen mit Herrn Boltar. So verlassen auch Cantaras, Samson und ich den Raum und wir lassen uns zurück in die Eingangshalle führen. Dort überzeugt Samson mich, dass wir trotz der äußerst merkwürdigen Situation, unsere Hilfe anbieten sollten. Auch wenn es da draußen viel wichtigere Probleme zu lösen gilt, so kann es doch nützlich sein, einen einflussreichen Mann auf seiner Seite zu haben.

Samson und ich beraten über die nächsten Schritte: Wir müssen feststellen, wer seit der Anlieferung der Amulettschatulle das Grundstück verlassen hat und wer sich zu dieser Zeit hier befand. Außerdem unterhalten wir uns über mögliche Motive, gibt es doch einen Haufen wertvoller Dinge im Haus, die sicher deutlich unauffälliger zu entwenden sind als das erwartete Amulett. Was hat es also mit diesem Schmuckstück auf sich? Natürlich müssen wir uns im Haus umsehen und es steht grundsätzlich jeder im Verdacht. Alle Diener und Wachen kommen in Frage, genauso der Bote, der Juwelier und sogar dieser Walis und die Frau des Beraubten.

Doro kehrt mit Boltar zurück und wir sagen dem Hausherrn unsere Unterstützung bei der Aufklärung des Diebstahls zu. Als sich Boltar wegen dringender Geschäfte verabschiedet hat, berichtet uns Doro kurz von seinen Erkenntnissen. Der kleine Mann redet wie ein Wasserfall. Vieles ist sicher belanglos, doch von größerem Interesse könnte sein, dass eine der Wachen sich offenbar an Teile der Nacht nicht erinnern kann. Außerdem hatte die Magd der Frau Boltar am Abend eine Magenverstimmung und musste daher im Haus bleiben, anstatt ihre Herrin zum Fest zu begleiten. Diese Magd wirkte in letzter Zeit ungwöhnlich glücklich und wollte häufig arbeitsfreie Abende haben.

Ermittlungen in diesen Kreisen gehören sicher nicht zu meinen Stärken und es stört mich weiterhin, dass sich die Orkhorden vor den Toren der Stadt zusammenrotten, während wir den Verbleib eines einfachen Schmuckstücks aufklären. Ich werde Doro, Cantaras und Samson dennoch erst einmal bei ihren Ermittlungen am Hause Boltar unterstützen, soweit mir dies möglich ist…

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