Diese Woche nun startete unsere Rollenspielgruppe mit ihren neuen fantastischen Charakteren in ein neues Abenteuer. Insbesondere für die Spieler der Gruppe schildere ich hier die wichtigsten Ereignisse aus der Sicht meines Charakters Alston.

Alston

Alston

Im Sommer des Jahres 1340 bekomme ich einmal mehr die Möglichkeit, meine Heimat Bronwens Torheit zu verlassen. Eine Karawane des Handelshauses Boltar, die vorwiegend Erze aus der nördlichen Gebirgsregion nach Melvaunt bringen soll, wurde in der rauhen Gegen nördlich von Bronwens Torheit überfallen. Ich erhalte nun die Möglichkeit eine getöte Karawanenwache zu ersetzen und die Karawane sicher nach Melvaunt zu führen, wo das geförderte Erz in den Schmieden der Stadt verarbeitet wird. Der Karawnenführer Kormag leitet 20 Wagen und 30 Wachen in Richtung Süden. Mir fällt außerdem ein recht einfach gekleideter Wanderer mit leichtem Gepäck auf, der die Karawane offenbar begleitet.

Am Abend des 6. Kytorn erreichen wir die Taverne der „Fünf Schwestern“. Ab hier werden wir auf der Handelsstraße, die von Phlan nach Melvaunt führt, weiterreisen. An diesem Abend herrscht wieder ein stetes Kommen und Gehen an der Taverne. Händler und wandernde Abenteurer sammeln sich hier, um in der Sicherheit der Gemeinschaft die bevorstehende Nacht zu verbringen.

Am Abend fällt mir der mitreisende Mann auf. Er bezieht vor der Taverne Stellung, entzündet ein paar Fackeln und beginnt mit den brennenden Fackeln zu jonglieren, um sich ein paar Münzen zu verdienen. Mit großem Geschick wirbelt der Schausteller die Fackeln durch die Luft. Als er offenbar mit irgendeinem Trick die Farbe der Flammen zweier Fackeln verändert, verlässt ihn seine Konzentration und die Fackeln fallen unter dem Spott der umstehenden Zuschauer zu Boden. Ein Versuch des Feuerspuckens soll wohl die Schaustellerehre retten, endet jedoch in einem Hustenanfall ohne einen Funken Feuer. Bewunderung und Mitleid bewiegen mich zu einer Spende für die Darbietung des Mannes. Außerdem lade ich ihn zu einem Getränk in der Taverne ein.

Wir betreten gemeinsam den gut gefüllten Schankraum und finden schließlich einen Platz an einem Tisch nahe der Theke. Dort sitzt bereits ein reisender Elf, der sich offen als Magiekundiger zu erkennen gibt. Der Magier stellt sich als Cantaras vor und scheint für einen gelehrten Vertreter des Elfenvolks recht offen anderen Reisenden gegenüber zu sein. Cantaras kommt aus Phlan und ist ebenfalls auf der Reise nach Melvaunt. Schon nach einem sehr kurzen Gespräch – meine Stimme erschwert das Gespräch in der lauten Umgebung – gewinne ich den Eindruck, dass Cantaras besser nicht alleine weiterreisen sollte. In diesen rauen Gegenden und Zeiten ist es jedem, gleich welchen Standes, anzuraten in sicherer Gemeinschaft zu reisen. Wir vereinbaren eine gemeinsame Weiterreise nach Melvaunt am nächsten Morgen.

Der mitreisende Schausteller redet nicht viel. Er äußert Bedenken, seinen Namen zu nennen. Womöglich wird er verfolgt. Ich werde ihn in den nächsten Tagen im Auge behalten und hoffe, dass seine Anwesenheit nicht die Sicherheit unserer Karawane gefährdet. Vielleicht war der Überfall vor Bronwens Torheit kein Zufall.

Einige Karawanenwachen lassen sich an einem Tisch in der Nähe von einem kleinwüchsigen Gaukler unterhalten und schauen tief in ihre Bierkrüge. Ich begebe mich nach einer Mahlzeit und zwei Krügen Bier ins Wagenlager und schlafe.

Am nächsten Morgen werden in der Frühe die Wagen und die Zugtiere zur Weiterreise vorbereitet. Ich schlage dem Karawanenführer Kormag die gemeinsame Weiterreise mit Cantaras vor. Um uns ohne Bezahlung begleiten zu dürfen, muss dieser zunächst seinen Nutzen für die Karawane nachweisen, was ihm durch einen gezielten Bogenschuss gelingt. Ich bin erstaunt, wie präzise der Magiewirker im Umgang mit seinem Bogen ist. Etwas verärgert bin ich über Kormags Forderung einer Vergütung für die gemeinsame Reise. Jeder Bogen und jedes Schwert erhöhen die Sicherheit der Karawane und Cantaras ist offensichtlich ein nützlicher Begleiter, der sicher nicht mit Orks verbündet ist! Nun, Cantaras hat seinen Nutzen unter Beweis gestellt und ich ziehe es vor zu schweigen, da ich Kormag noch um einige Münzen für meine Dienste erleichtern möchte.

Auch der kleine Gaukler, der am Abend seinen Schabernack mit den Wachen getrieben hat, begleitet offenbar die Karawane. Ich sehe ihn kurz auf einem der Wagen sitzen. Hoffentlich lenkt er mit seinen Erzählungen die Fahrer und Wachen nicht von ihrer Arbeit ab.

So brechen wir schließlich auf und begeben uns auf die Weiterreise nach Melvaunt.

Wie es häufig bei einem Abenteuereinstieg der Fall ist, ist nicht sehr viel passiert. Wir haben vielmehr unsere Charaktere kennen gelernt und einige Dinge zur Umgebung erfahren. Ich bin sehr gespannt auf die weiteren Ereignisse am kommenden Rollenspielabend.

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