Die hochinteressante Diskussion zu den Attributen im Rollenspiel hat mich zu diesem weiteren Beitrag mit dem Schwerpunkt auf die physischen Attribute bewogen. Zunächst möchte ich kurz die Ausgangslage und die Kommentare zusammenfassen, bevor weitere Gedanken zum Thema folgen.

In den mir bisher bekannten Rollenspielen werden durch 2 bis 4 physische Attribute die entsprechenden Ausprägungen der Charaktere bestimmt. Fast schon als klassisch kann man diese 3 körperlichen Attribute bezeichnen:

  • Stärke
  • Geschicklichkeit
  • Konstitution

Wie viele physische Attribute sind erforderlich, um die körperlichen Eigenschaften eines Charakters ausreichend zu beschreiben? Es sollte der Grundsatz gelten: So wenige wie möglich, so viele wie nötig.

Zunächst kam der Hinweis von Falk, dass eine klare Trennung zwischen Konstitution und Stärke nur schwer möglich und auch nicht immer sinnvoll ist. Meistens stehen diese Attribute in einem engen Zusammenhang. Durch die Zusammenfassung von Stärke und Konstitution zu einem Attribut wäre eine Reduzierung auf 2 physische Attribute möglich.

Lujabas Einwand, dass es einen Unterschied zwischen einem Boxer und einem Marathonläufer gibt ist berechtigt (und fast täglich erlebe ich diesen Unterschied am eigenen Leib, wenn ich die Treppen zu meinem Büro erklimme). Lujaba hält auch eine weitere Unterteilung von Geschicklichkeit in Gewandheit (=“grobmotorische Geschicklichkeit“) und Fingerfertigkeit (=“feinmotorische Geschicklichkeit“) für sinnvoll. Als Folge gibt es dann 4 physische Attribute.

Nach näherer Betrachtung stimme ich zu: Die Verwandschaft zwischen Stärke und Konstitution entspricht in etwa der Verwandschaft von Gewandheit und Fingerfertigkeit. Die Folge: Wenn man die „grob- und feinmotorische“ Geschicklichkeit in einem Attribut vereint muss man fast zwangsläufig auch Stärke und Konstitution in einem Attribut vereinen. Oder nicht?

„So wenige wie möglich, so viele wie nötig.“…

Unter zugegeben starkem Einfluss bestimmter Rollenspielsysteme kann ich mich dennoch nicht wirklich mit der Zusammenfassung von Konstitution und Stärke anfreunden. Die Ursache liegt wohl auch im Verständnis der klassischen Kampfabwicklung im Rollenspiel:

  • Stärke = Angriff (im Nahkampf)
  • Geschicklichkeit = Verteidigung / Ausweichen
  • Konstitution = Schadenskapazität (z.B. Trefferpunkte oder Wundstufen)

Nach diesem Verständnis würde eine Zusammenfassung von Stärke und Konstitution zu einem übergewichteten Attribut führen, welches sowohl die Fähigkeiten des Austeilens als auch die des Einsteckens im Kampf misst.

Dieser Sachverhalt ist jedoch einfach zu lösen, wenn man sich von dem klassischen Verständnis der Kampfabwicklung löst und die Schadenskapazität nicht mehr an ein Attribut koppelt sondern pauschal festsetzt.

Und wie würde ein solches Attribut heißen, welches die Körperkraft, die Ausdauer und die Widerstandsfähigkeit in sich vereint? Wie wäre es mit Fitness?

Ich hoffe meine Ausführungen sind soweit nachvollziehbar. Auf weitere Anregungen und Einwände zu den physischen Attributen in Form von Kommentaren freue ich mich.

Weitere Beiträge mit den Schwerpunkten auf die geistigen und sozialen Attribute folgen demnächst.

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