Im Laufe eines Rollenspielabenteuers kann es zur Aufteilung der Charaktere in mehrere Gruppen kommen. Insbesondere zur Beschaffung von Informationen trennen sich Charaktergruppen häufig, um an verschiedenen Orten gleichzeitig zu recherchieren. Was in der Spielwelt durch parallel Aktionen verschiedener Charaktergruppen zu zeitlichen Vorteilen führt, zieht am Spieltisch den Nachteil nach sich, dass die Handlungen nacheinander ausgespielt werden müssen. So sind dann einige Spieler unbeteiligt und zeitlich bietet die Trennung der Gruppe für das Spiel keinen Vorteil.
Für den gemeinsamen Spielspaß ist es in der Regel besser, wenn sich die Gruppe der Charaktere nicht trennt, zumindest nicht für länger Zeit oder ganze Spielpassagen. Wie kann man eine Trennung als Spielleiter verhindern?
- Spieler auf die Nachteile einer Trennung hinweisen
- Charaktere bei der Erschaffung besonders auf Teamfähigkeit und Geselligkeit auslegen
- Ängste / Paranoia bei den Charakteren erzeugen, so dass sie sich vor einer Trennung fürchten
- starke Aufgabenteilung fördern, so dass die Gruppe nur gemeinsam voran kommt (Kämpfer, Diplomat, Wissensträger etc.)
- Szenario so stark räumlich eingrenzen, dass eine Trennung nicht möglich oder sinnvoll ist
In bestimmten Situationen ist eine Trennung der Gruppe jedoch auch sinnvoll. So kann die Spielleitung einzelnen Charakteren oder kleinen Gruppen gezielt Informationen geben und auf diese Weise filtern.
Beim Spiel mit mehreren Spielleitern ist die Aufteilung der Charaktere ebenfalls nicht so kritisch.
Sep 05, 2010 @ 23:21:56
Mich interessiert vor allem, wie man als Spielleiter diese Situationen trotzdem durchspielen könnte. Auf meinem Blog habe ich mal zwei Vorschläge…
Sep 07, 2010 @ 16:42:15
Ich finde Trennungen gar nicht so dramatisch. Im Falle, das es nötig und sinnvoll für das Geschehen erscheint blende ich an dramatischen Stellen das Geschehen zu einem anderen Ort um – ähnlich handhabe ich es schon in Kämpfen. Einfach um das „Fog of War“ Feeling zu erzeugen.
Sollte der Falle eintreten, das für einen Charakter alleine eine Szene gespielt werden muss – wie kürzlich bei uns in einem Kirchenprozess, bekommen die anderen Spieler NSCs zugeschanzt und können so weiterhin in das Spielgeschehen eingreifen.
Generell halte ich es – grade bei längeren Sitzungen – für völlig ungefährlich dem ein oder anderen Spieler mal eine halbe Stunde „Pause“ zu gönnen.
Und mal Hand auf den Hoden, die SCs gezwungener Maßen immer zusammen zu halten ist an vielen Stellen Schwachsinn. Grade bei Einbrüchen oder anderen taktischen Operationen wie Beschattungen ist es schlicht unklug zusammen zubleiben, da man doch meist an mehr als einer Front vorgehen muss. Da hilft auch die größte Paranioa nicht. In weniger oder gar völlig unwichtigen Szenen lässt sich eine Trennung wunderbar mit einigen wenigen Worten abhandeln.
Sep 06, 2010 @ 07:36:24